3 Haarpflege-Rezepte zum Selbermachen

Silikonfrei: Honig-Ei-Shampoo, Haarspitzen-Balsam und Saure Rinse

10.03.2008 Shermin Arif

Wellness-Tipps und Kosmetik für schöne Haare: drei einfache und praktische Haarpflege-Rezepte - frei von Silikon - zum Selbermachen für gesunde und glänzende Haarpracht

Ja, wer träumt nicht davon? Gesundes, langes Haar wie Rapunzel – und wenn nicht dass, dann doch bitte so lang, dass sie bis zum Po reichen. Fast jedes kleine Mädchen (seien sie ehrlich!) hegte in rosa-eingefärbten Prinzessinnenträumen den Wunsch nach langer, gesund schimmernder Haarpracht. Ob nun braves Prinzesschen oder herrlich wilde Amazone mit wallender Lockenmähne – Filmindustrie und Werbung nutzen unsere Traumbilder. Leider enthalten die meisten käuflichen und angepriesenen Shampoos und Spülungen schädigende Filmbilder wie Silikone – einige Tipps für die richtige Pflege und den schonenden Umgang mit Haaren helfen da weiter.

Viele greifen inzwischen zu selbst hergestellter Kosmetik. DIY – "Do it yourself" liegt schon seit Jean Pütz und der Hobbythek im Trend, das Schöne dabei: man weiß genau was in den einzelnen Mittelchen drinnen ist, da man sie selbst hergestellt hat.

Honig-Ei-Shampoo (Grundvariante)

  • 1 Hühnerei
  • 1 Eigelb
  • 1TL Honig
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 TL Öl (Wunderbar: Jojobaöl, Mandelöl usw. aber Oliven-, Sonnenblumen- oder Sesamöl tut es auch.)

Das Ei gründlich verquirlen, dann den Honig und das Öl einrühren, erst jetzt die Zitrone hinzufügen, damit das Eigelb durch die Säure nicht ausflockt. Die Masse auf das leicht feuchte Haar geben. Gut einmassieren und einige Minuten einwirken lassen. Nicht wundern: es schäumt nichts und trotzdem wirkt es! Danach gründlich die Haare mit lauwarmem Wasser ausspülen. Die waschaktiven Substanzen des Eis sorgen dafür, dass das Fett ausgewaschen wird.

Variationen: Hier kann man unterschiedliche Versionen probieren, die am Besten zur eigenen Haarstruktur passen. Einfach durch alle Zutaten hindurch testen, was die geeignete Wirkung auf dem eigenen Kopf hat. Bei einigen fettet das zweite Eigelb oder ein Teelöffel Öl schon zu sehr nach, andere benötigen drei, weil ihre Haare sonst zu trocken sind. Manche lassen die Zitrone lieber ganz weg oder verwenden stattdessen etwas Senf oder Essig. Der Nächste beduftet sein Shampoo nach dem Baukasten-Prinzip mit etwas Parfümöl oder rührt wegen der pflegenden Wirkung einen Klecks Joghurt hinein. Es gibt natürlich auch noch andere Rezepte zur alternativen und silikonfreien Haarwäsche.

Saure Rinse (Grundvariante)

  • 1 Liter kaltes Wasser
  • 2-3 EL Obstessig oder Zitronensaft

Sie sollte nach keiner Haarwäsche fehlen. Je nach persönlicher Veranlagung kann man die saure Spülung im Haar lassen, oder nochmals mit kaltem (!) Wasser nachspülen. Geheimtipp aus dem Haarforum: Bei einer Plastikflasche den Deckel perforieren und so als Applikator für die eingefüllte Rinse nutzen. So schafft es die leicht saure Flüssigkeit zu jedem Haar, die Schuppenschicht der Haare legt sich an. Das Haar glänzt nach dem Waschen wunderschön und lässt sich hierdurch auch besser kämmen.

Variationen: Hier sind der Vorstellungskraft kaum Grenzen gesetzt und man kann für seine alternative Haarkosmetik einmal quer durch die Küche probieren. Statt Wasser kann man zusätzlich einen kalten Tee benutzen (Vorsicht bei blonden Haaren), es darf auch gerne ein Teelöffelchen Honig sein und statt Zitronensaft tut es auch der edle Himbeeressig, der selbstangesetzte Kombucha, ein säuerlicher Früchtetee oder ein Spritzer Limette.

Sirjas Haarspitzen-Balsam für trockene Spitzen (Grundvariante)

  • 4 g Bienenwachs (Bienenwachsplättchen gibt es in Apotheken zu kaufen, oder man zweckentfremdet einfach die vorhandenen Bienenwachskerzen.)
  • 10 ml Öl (Macadamiaöl, Jojoba- oder Mandelöl. Zur Not geht auch Sonnenblumenöl)
  • 2 g Sheabutter
  • einige Tropfen ätherisches Lieblingsöl (optionaler Luxus – auch ein Tropfen Zitronen-Backöl geht zum Beduften)
  • 1 leeres Cremedöschen/Gläschen zum Einfüllen. (Neu auch in Parfümerien erhältlich.)

Im Wasserbad das Bienenwachs langsam im Öl einschmelzen, verrühren und (falls vorhanden, im Notfall geht es auch ohne) die Sheabutter einrühren. Noch flüssig in die Döschen abfüllen. Abkühlen lassen und das Haarwachs nach dem Waschen vorsichtig in die Haarspitzen einmassieren. Das Haar sollte hierfür nicht mehr nass, aber auch nicht knochentrocken sein. Die Feuchtigkeit wird so in den Haaren eingeschlossen und schenkt Elastizität. Das Bienenwachs bildet um die gefährdeten Haarspitzen eine schützende Schicht – gerade in der Winterzeit sehr wichtig um Splissbildung zu vermeiden. Auch bei diesem selbstgerührten Rezept gibt es natürlich zahlreiche Varianten und Möglichkeiten zum Ausprobieren.

Kleiner Tipp: der Haarspitzenbalsam kann auch wunderbar als Lippenbalsam dienen und eignet sich in jeglicher Form als hübsches Mitbringsel und Geschenk.

Inzwischen gibt es – neben größeren Haarforen – auch einige privat betriebene, sehr liebevoll erstellte Homepages mit Rezepten für Haarpflegeprodukte und Informationen über die Nutzung und Funktionsweise von Naturhaarfarben wie Henna und Indigo.

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